Office 12 Vorschau - Meine Eindrücke

20.03.06

Kürzlich hatte ich das Vergnügen das neue Office 12 testen zu dürfen. Wie schon im ersten Beitrag erwähnt, war das Arbeiten mit den neuen Produkten sehr eindrücklich und nicht zu vergleichen mit der aktuellen Office-Version. Ich werde hier nicht auf alle Produkte der neuen Office-Palette eingehen, sondern auf die wesentlichen Neuheiten hinweisen.

Schneller Start
Gleich als erstes ist mir aufgefallen, dass die neuen Produkte wirklich schnell starten. Den Startscreen des jeweiligen Programms sieht man nur ganz kurz – wenn überhaupt – bevor die Applikation vollständig geladen ist und man mit der Arbeit loslegen kann. Einzig Access braucht einwenig länger bis es da ist.

Nicht nur das Starten, auch das Öffnen, Speichern und Arbeiten an den Dokumenten geht flink von statten. Ich habe praktisch keine Wartezeiten feststellen können und sogar bei grösseren Formatierungen und Operationen lief alles wie gewollt. Winword hat einige Male bei Formatierungen mit grösseren Bildern gestreikt. Da es sich bei der Installation um eine Betaversion handelte habe ich mir keine weiteren Gedanken darüber gemacht.

User-Interface
Nach dem Öffnen einer Anwendung aus Office 12 werden sich viele User zunächst mal verwundert die Augen reiben. Nichts ist mehr so, wie es einmal war. Die Oberfläche der meisten Office-Programme wurden einer grundlegenden Überarbeitung unterzogen. Das neue UI ist wohl die grösste sichbare Neuerung im neuen Office. Es gibt keine eigentliche Symbolleisten und keine verschachtelten Menüs mehr. Das Ribbon – so heisst das neue Konzept – zeigt in Word z.B. die Tabs Write, Insert, Page Layout, References, Mailings und Review. Durch einen Klick auf einen der Tabs werden gruppierte Symbole aufgerufen. Das Menü “Datei” ist als einziges übrig geblieben. Kontextmenüs wie die zur Bearbeitung einer Grafik, oder das formatieren eines Textes, werden nur gezeigt wenn sie auch benötigt werden.

Arbeiten mit Office 12
Das Arbeiten mit Office 12 machen allen Usern sichtlich Spaß. Die unzähligen Funktionen sind jetzt nicht mehr in den in verschachtelten Untermenüs versteckt, sondern sind im Ribbon genau dann sichbar, wenn der User sie braucht. Und alles spielt sich am oberen Bildschirmrand ab.
Live-Previews in Word, Excel und Powerpoint, ermöglichen des Resultats von Änderungen (Schriftgrösse z.B.) zu sehen, bevor diese tatsächlich durchgeführt werden. Ich habe mir sagen lassen, dass Wordperfect diese Funktion schon seit längerem bietet.

Die Grafik-Features von Office 12 wurden extrem verbessert. Und zwar in allen Anwendungen. Formen, Symbole, Zeichnungen und Diagramme sehen schön aus und hinterlassen einen modernen und professionellen Eindruck. Powerpoint-User werden sich freuen. An das Niveau der Präsentationen aus dem MAC-Lager wird Powerpoint aber nicht rankommen.

Outlook verfügt nicht über die neue Ribbon-Oberfläche. Es bleibt bei den klassischen Menüs und Symbolleisten, was ich nicht ganz nachvollziehen kann, zumal die Fenster zur Erfassung bzw. Einstellung neuer Elemente wie Tasks, Termine und E-Mails mit dem neuen Interface ausgestattet sind. Auffallend gut ist die neue Suchfunktion in Outlook. Outlook schliesst funktionell in etwa zu Google Desktop oder MSN Desktop Search auf.

Ebenfalls erfreulich: Outlook 12 dient jetzt als RSS-Reader! Juhee! Endlich. Die Einträge werden wie separate E-Mails angezeigt.

Word hingegen hat das neue Interface. Die Bedienung wird dadurch schneller und einfacher. Nach der Markierung von Textpassagen z.B. erscheint direkt darüber ein Menü welches den Zugriff auf Optionen wie Schriftart, Schriftgröße etc. erlaubt. Weiter kann man über eine Galerie im Tab Insert ein Deckblatt einfügen. Der User hat die Möglichkeit zwischen vorgefertigten Designs zu wählen. Auch für das Dokument selbst stehen diverse grafische Vorlagen zur Verfügung.

Office 2007 Vorschau - Word Screenshot

Ein weiteres Feature, neu und langerwartet: Office 12 bietet die Möglichkeit Dateien direkt ins PDF-Format zu exportieren. Kein Acrobat oder Freewareprogramme sind nötig.

Excel 12 hat sich durch ebenfalls das Ribbon komplett verändert. Aber auch hier bleibts nicht nur beim Facelifting, so fassen Excel-Tabellen jetzt bis zu einer Million Zeilen und 16’000 Spalten. Ich habe mich allerdings gefragt wer das schon brauchen kann?! Auf jeden Fall aber deutlich mehr als bisher.
Eindrücklich sind die Funktionen Daten in Excel zu visualisieren. Werte in einer Tabelle lassen sich mit verschiedenen Farben oder Pfeilen kenntlich machen, um beispielsweise Tendenzen erfassen zu können. Vieles steht vorkonfiguriert in einer Galerie zur Verfügung aber auch hier sind – wie in Word – auch individuelle Einstellungen möglich.

Office 2007 Vorschau - Excel Screenshot

Dateiformat
Die altbekannten Endungen .doc, .xls etc. werden durch ein nachgestelltes x ergänzt und heißen neu also .docx, .xlsx etc. Das Interessanteste schien mir, dass es sich bei Office XML (Name des neuen Dateiformats) um einen Zip-Ordner handelt. Bennent man die .docx Datei um in .zip, kann man den ganzen Inhalt und die Format-Dateien einsehen bzw. darauf zugreifen.
Die alten Dateiformate sind selbstverständlich immer noch lesbar und brauchbar. Die neuen Formate wird man auf den aktuellen und älteren Office-Versionen jedoch nur mit Konvertern öffnen können.

Mein Fazit
Mir hat das Arbeiten mit der neuen Office Version – und ich habe Sharepoint nicht mal erwähnt – wirklich spass gemacht. Das komplett veränderte Ribbon-UI hinterlässt einen sehr guten Eindruck. Die Arbeit geht schneller von der Hand und es lassen sich optisch viel ansprechendere Ergebnisse erzielen. Ich könnte mir aber vorstellen, das sich genau dieses UI am Ende als Problem erweisen könnte. Sehr viele Anwender haben sich über Jahre hinweg an das alte Bedienkonzept gewöhnt. Jeder weiss, wie er eine Schrift formatiert oder wo die Kopf und Fusszeile bearbeitet werden kann und eine Möglichkeit auf das alte Interface zu wechseln gibt es nicht….

Ich freue mich aber auf jeden Fall!

Eine umfangreiche Bildergalerie mit Screenshots gibts bei Chip Online zu bewundern.

milos radovic

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